Beneidenswert gut: Trinkwasser in Deutschland

Beneidenswert gut: Trinkwasser in Deutschland
Ernährung
Beneidenswert gut: Trinkwasser in Deutschland

Frankfurt am Main, 19. August 2020 – „Wir leben im Schlaraffenland“, urteilt Professor Dr. Johann Christoph Klotter, Ernährungspsychologe der Fachhochschule Fulda, „und dafür sollten wir alle dankbar sein.“ Seit 200 Jahren ist die Nahrungsmittelversorgung in Deutschland immer besser geworden und heute so gut, dass die Menschen nicht nur immer älter werden, sondern auch länger gesund bleiben. „Das gilt auch für die Versorgung mit Getränken und schließt die Trinkwasserversorgung ausdrücklich mit ein“, erläutert Klotter.

In der Tat: Noch nie konnten wir aus einem derart breiten Angebot wählen und so vielfältig, mangelfrei und kostengünstig sichere Lebensmittel einkaufen. Klotter sagt: „Umso bedauerlicher ist es, dass die sehr gute Qualität des deutschen Leitungswassers oft genug in Zweifel gezogen und nicht gewürdigt wird.“ Und das, obwohl uns Millionen Menschen auf der ganzen Welt um unsere hohe Trinkwasserqualität beneiden, die auch noch besonders preiswert in die Haushalte fließt. Im Durchschnitt gerade mal 0,2 Cent kostet der Liter Trinkwasser aus der Leitung, bestätigt das Forum Trinkwasser. Der Verein mit Sitz in Frankfurt am Main kümmert sich seit mehr als 15 Jahren um die Reputation des streng kontrollierten Lebensmittels. Trinkwasser ist praktisch überall verfügbar, ob zuhause, am Arbeitsplatz oder unterwegs. Mittlerweile bieten immer mehr Wasserversorger Trinkbrunnen im öffentlichen Raum an. Es sind wohl über 1.300 Anlagen in Betrieb, schätzt die Bundesregierung. Das preislich günstige Leitungswasser empfehlen übrigens auch Stiftung Warentest und Ökotest immer wieder ausdrücklich als gute Alternative für die tägliche Flüssigkeitszufuhr.

Kernanforderung an die Trinkwasserqualität in Deutschland: Es muss lebenslanger Konsum bedenkenlos möglich sein.

Und doch zeigen sich im wasserreichen Deutschland Medien und Verbraucher hin und wieder zweifelnd: Wie ist die Qualität unseres Trinkwassers vor Ort? Kann ich das tatsächlich bedenkenlos trinken? Ja, sagt Iris Löhlein, Ernährungsexpertin beim Forum Trinkwasser. „Unser Leitungswasser ist sicher.“ In Deutschland sind für regelmäßige Kontrollen die öffentlichen und privaten Wasserversorgungsunternehmen sowie die Gesundheitsämter zuständig. Kontrolliert wird auf Grundlage der Trinkwasser-Verordnung, und die gilt als besonders streng. „Sie ist so ausgelegt, dass Bundesbürger vom Baby bis zum Senior ein Leben lang das Wasser direkt aus der Leitung bedenkenlos trinken können“, so Löhlein. Auch die Bundesregierung bestätigte im Juni 2020 auf eine Kleine Anfrage von Abgeordneten im Bundestag: „Bei den meisten mikro-biologischen und chemischen Qualitätsparametern hielten über 99,9 Prozent der untersuchten Proben die gesetzlichen Anforderungen ein. (…) Das von den Wasserversorgungsunternehmen bereitgestellte Trinkwasser stellt ein sicheres Lebensmittel mit sehr guter Qualität dar, das jederzeit und verpackungsfrei zur Verfügung steht.“

„Der angstvolle Urmensch bricht in uns durch und dem sollten wir selbstbewusst Einhalt gebieten.“

Warum es trotzdem eine gewisse Zurückhaltung in einigen Haushalten geben mag, erklärt Ernährungspsychologe und Psychotherapeut Johann Christoph Klotter so: „Alles, was wir über den Mund aufnehmen, macht uns evolutionsbiologisch Angst. Wir sind erst einmal alarmiert und vorsichtig.“ Das hat mit unserem archaischen Schutzmechanismus zu tun, der uns vor gesundheitlichem Schaden durch Aufnahme verdorbener oder anderweitig giftiger Speisen bewahren soll. Wenn wir immer wieder mit Nachrichten konfrontiert werden, die Zweifel an der Unbedenklichkeit von Lebensmitteln aufkommen lassen, beispielsweise durch Funde von auch noch so geringen und unbedenklichen Mengen an Rückständen in Produkten, wird automatisch das jahrtausendealte Angst- und also Schutzprogramm im Gehirn gestartet. „Der angstvolle Urmensch bricht in uns durch und dem sollten wir selbstbewusst Einhalt gebieten. Wir können der Wasserqualität in Deutschland vertrauen“, so Klotter. „Unser Trinkwasser gehört zweifelsfrei zum Schlaraffenlandangebot.“

ST

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