Der Wasserhaushalt

Der Wasserhaushalt
Gesundheit & Fitness
Der Wasserhaushalt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen, täglich etwa 1,5 Liter Flüssigkeit und Kindern – je nach Alter – zwischen einem und 1,5 Litern zu trinken. Man sollte nicht warten, bis sich der Durst meldet, denn Durst ist immer schon ein Warnsignal für einen Wassermangel. Wer nicht nur zu den Mahlzeiten, sondern auch zwischendurch über den Tag verteilt reichlich trinkt, ist bestens versorgt.

Mit Getränken und fester Nahrung zugeführtes Wasser wird zu etwa 65 Prozent im Dünndarm und zu etwa 35 Prozent im Dickdarm aufgenommen. Ausgeschieden wird es über Nieren und Darm, über die Haut als Schweiß und über die Lunge mit der Atemluft. Das ausgeschiedene Wasser muss dem Körper wieder zugeführt werden, damit der Wasserhaushalt im Gleichgewicht bleibt. Durst und verschiedene andere Systeme regeln die Balance und die Nieren sind die Hauptregulationsorgane.

Etwa ein Drittel des Wasserbedarfs wird über die feste Nahrung – insbesondere aus Obst und Gemüse – und mehr als die Hälfte über Getränke gedeckt. Abhängig vom Alter sollten wir täglich mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag trinken, wobei Erwachsene auch höhere Mengen gut vertragen, denn die Nieren können pro Stunde fast einen Liter ausscheiden. Die maximale auch längerfristig verträgliche Flüssigkeitsmenge beträgt etwa zehn Liter pro Tag¹.

Hier alle Richtwerte für die Zufuhr von Wasser der DGE im Überblick:

Alter
Wasserzufuhr
Getränke ml/Tag* Feste Nahrung ml/Tag*
Säuglinge
0-4 Monate 620
4-12 Monate 400 500
Kinder
1-4 Jahre 820 350
4-7 Jahre 940 480
7-10 Jahre 970 600
10-13 Jahre 1170 710
13-15 Jahre 1330 810
Jugendliche und Erwachsene
15-19 Jahre 1530 920
19-25 Jahre 1470 890
25-51 Jahre 1410 860
51-65 Jahre 1230 740
65 Jahre und älter 1310 680
Schwangere
1470 890
Stillende
1710 1000
* 1000 Milliliter (ml) = 1 Liter (Quelle: www.dge.de)

 

Mehrbedarf an Wasser

Der Wasserbedarf ist erhöht bei Hitze (Schwitzen), starkem Wind, bei trockener und kalter Luft (Atemluft), einem hohen Kochsalzverzehr, einer hohen Eiweißzufuhr (Nieren) sowie verschiedenen Erkrankungen mit Fieber, Erbrechen, Durchfall. Bei starker körperlicher Anstrengung, insbesondere bei hohen Außentemperaturen, kann sich der Wasserbedarf sogar um 0,5 bis einen Liter Flüssigkeit pro Stunde erhöhen.

Da Wasser überlebenswichtig ist, wird der Wassergehalt des Körpers sehr genau kontrolliert und konstant gehalten. Werden Flüssigkeitsverluste nicht rechtzeitig ersetzt, holt sich der Körper Flüssigkeit aus dem Blut und den Geweben, denn er braucht eine gewisse Menge, unter anderem um Abfallprodukte aus seinem Stoffwechsel auszuscheiden. Die Folge ist, dass das Blut langsamer fließt, und die Ausscheidung des Körpers eingeschränkt ist. Gleichzeitig ist die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung der Muskelzellen reduziert. Die ersten Anzeichen für eine unzureichende Zufuhr an Wasser sind Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen oder Verstopfung. Die Schleimhäute und die Haut werden trockener. Nach zwei bis vier Tagen ohne Wasserzufuhr treten Übelkeit, Kreislaufprobleme, Schwindelgefühle, Durchblutungsstörungen, Störungen des Nervensystems und anderer Organe, Erbrechen und Muskelkrämpfe auf.

So reagiert der Körper auf Wasserverlust von…

→ mehr als 0,5 Prozent des Körpergewichts (300 bis 400 Milliliter Wasser): Es entsteht Durst.

→ etwa zwei Prozent: Die Konzentrationsfähigkeit sowie die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sind vermindert.

drei Prozent des Körpergewichts: Es zeigen sich Symptome der Dehydration (Austrocknung) – die Speichel- und Harnproduktion geht zurück, die Schleimhäute, zum Beispiel im Mund werden trocken, es kann zu Verstopfung kommen.

fünf Prozent des Körpergewichts: Tachykardien (beschleunigter Puls) treten auf, die Körpertemperatur steigt, es kommt zu Schwindelgefühlen.

zehn Prozent des Körpergewichts: Es kommt zu Verwirrtheitszuständen.

→ mehr als 20 Prozent des Körpergewichts: Es tritt lebensbedrohliches Nieren- und Kreislaufversagen ein.

Die Farbe des Urins kann Hinweise auf den Versorgungszustand geben: Ist die Wasserversorgung des Körpers ausreichend, dann ist der Urin blassgelb und riecht nicht streng. Geringe Urinmengen, dunkle Farbe und intensiver Geruch deuten dagegen auf eine unzureichende Versorgung hin.

 

¹Deutsche Gesellschaft für Ernährung “Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“, 1. Auflage, 4. korrigierter Nachdruck 2012.

prev
next