Für Restaurants: Die Leitungswasser-Etikette

Für Restaurants: Die Leitungswasser-Etikette
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Für Restaurants: Die Leitungswasser-Etikette

Wasser aus dem Hahn ausschenken? In Deutschland eher unüblich. Die überwiegende Mehrheit der Gäste von Restaurants, Cafés und Bars wünscht sich jedoch, dass Leitungswasser als kostenfreier Service hierzulande angeboten wird. Aus anderen Ländern ist das Prinzip „kostenfreies Trinkwasser auf den Tisch“ längst bekannt. Ob in Österreich, Frankreich, England oder in den USA: Es ist dort gängige Praxis, Wasser aus der Leitung als reguläres Getränk anzubieten – in aller Regel kostenfrei. Warum also nicht auch in Deutschland? Schließlich ist die Qualität unseres Leitungswassers ausgesprochen gut. Zudem: Stiftung Warentest und Öko-Test bescheinigten dem Trinkwasser in Deutschland zuletzt im Juni 2019 gute Qualität. Und sie beurteilten „das Gute aus dem Hahn“ als die ökologischere Variante.

Erfüllen Sie Ihren Gästen also den Wunsch und nutzen Sie die Gelegenheit, mit einem charmanten Service zu punkten. Ein weiterer Vorteil für Sie: Unser gutes Trinkwasser kommt stets frisch aus der Leitung – Sie müssen es weder bestellen noch lagern oder kühlen.

Das Forum Trinkwasser hat gemeinsam mit dem Koch und Restaurantfachmann Andreas Eggenwirth vier Tipps zusammengestellt, wie Sie noch mehr daraus machen können.


1. Machen Sie einen guten Preis
Leitungswasser anzubieten, braucht nicht kostenlos zu sein. Decken Sie Ihre Kosten mit einem vernünftigen Preis. Maximal 40 Prozent des Preises, den Sie für Mineralwasser ansetzen, ist für die gleiche Menge Leitungswasser gerechtfertigt. Klären Sie Ihre Gäste darüber auf, dass Ihnen für die Dienstleistung, die Reinigung, die Anschaffung von Karaffen etc. Kosten entstehen. Dafür hat wohl jeder Mensch Verständnis.

Die Europäische Kommission arbeitet an einer neuen Trinkwasser-Richtlinie. Die Fassungen im Entwurf sehen vor, dass auch der Zugang zu Leitungswasser innerhalb der EU verbessert werden solle. Es sei wünschenswert, wenn Gastronomen ihren Gästen Leitungswasser kostenfrei oder günstig anböten. Die Wirtschaftswoche stellte dazu am 08. März 2019 fest, dass Speiserestaurants dem Gast teurere Getränke schmackhaft und das günstige Wasser schenken sollten. Der Wirt könne seinen Verlust so mehr als ausgleichen.

2. Entwickeln Sie Ihre eigene Marke
Trinkwasser ist in Deutschland ein lokales Lebensmittel. Machen Sie aus „Ihrem“ Leitungswasser eine regionale Marke. Geben Sie ihm einen Namen, in dem sich die Stadt oder die Region wiederfindet. Schreiben Sie es als reguläres Getränk auf die Karte. Platzieren Sie Aufsteller auf dem Tisch, die über die Herkunft und die Qualität des Wassers informieren.

3. Legen Sie Wert auf eine gute Präsentation
Verschaffen Sie dem Leitungswasser den richtigen Auftritt: Der Gast wird beeindruckt sein, wenn die Karaffe mit dem kühlen Wasser wertig präsentiert wird:
• Wählen Sie eine edle Karaffe.
• „Kleiden“ Sie sie mit einer Schleife oder einem Tuch.
• Servieren Sie sie in einem Kühler, sodass der Gast während des ganzen Essens kühles, erfrischendes Wasser trinken kann.

Noch ausgefallener sind bunte Glassteine. Die gibt es in verschiedenen Farben. Wenn sich in ihnen das Licht bricht, ist das ein echter Hingucker und wird sicher zum Tischgespräch. Variieren Sie mal! Frische Limettenspalten, ein Zweig Minze oder mit in Eiswürfeln eingefrorene Beeren machen aus „normalem“ Wasser einen coolen Drink. Das ist effektvoll, braucht wenig Zutaten und geht mit wenig Aufwand. So macht das Trinken von Leitungswasser Freude.

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. Sorgen Sie für eine gute Begleitung
Bieten Sie von sich aus ein Glas Leitungswasser zum Wein an. Klären Sie den Gast darüber auf, dass Trinkwasser aus der Natur, ohne Kohlensäure, die ideale Begleitung zu Wein ist. Denn es beeinträchtigt dessen Geschmack nicht. So können die Aromen des Weines noch intensiver genossen werden.

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