Mehr Wassertrinken dient der Gesundheit

Mehr Wassertrinken dient der Gesundheit
Gesundheit & Fitness
Mehr Wassertrinken dient der Gesundheit

Frankfurt am Main, 26. Mai 2020 — In Zeiten von Homeoffice-Arbeit und verordnetem Abstandhalten rät das Frankfurter Forum Trinkwasser Verbrauchern in Deutschland, sich bei aller Verunsicherung und persönlichem Stress möglichst mehr Raum für einen gesundheitlich förderlichen Lebensstil einzuräumen. Gerade die vielen Angestellten und Selbstständigen, die derzeit an den heimischen Schreibtisch gefesselt oder durch Kurzarbeit teilweise sogar zu beruflicher Untätigkeit gezwungen sind, bieten Anlass zur Sorge, so Ernährungsexpertin Iris Löhlein, Vorstandsmitglied des Vereins. Gewichtszunahme oder sogar Übergewicht und damit assoziierte Folgeerkrankungen könnten also noch zunehmen. Krankenkassen beklagen bereits seit Längerem, dass sich die Menschen in Deutschland im Alltag immer weniger bewegen.

Uniklinik Schleswig-Holstein: „Wassertrinker“ leben gesünder

Die Uniklinik Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, hatte im vergangenen Jahr im Auftrag des Forum Trinkwasser eine größere Studienanalyse zum Darm-Mikrobiom durchgeführt. Dabei fiel ein deutlicher Unterschied bei den untersuchten Teilnehmern auf, und zwar zwischen „Wassertrinkern“ und „Süßgetränkekonsumenten“. Verkürzt lässt sich sagen, dass sich „Wassertrinker“ anscheinend mehr bewegen, ausgewogener ernähren und auch ein artenreicheres Darm-Mikrobiom aufweisen. Zudem gaben „Wassertrinker“ im Rahmen der Studie an, weniger gestresst zu sein und sind im Alltag entspannter unterwegs; „sie sind also vermutlich stress-resilienter“, so Iris Löhlein. Alles Faktoren, die als gesundheitsförderlich gelten. Demgegenüber ist das Verhalten von „Süßgetränkekonsumenten“ („Süßtrinker“) weniger erfreulich: „Süßtrinker“ sind jünger, bewegen sich weniger, haben ein höheres Gewicht und berichten über mehr Stress. Außerdem nehmen sie zusätzlich über feste Lebensmittel mehr Zucker zu sich. „Das beurteilen wir als bedenklich“, so Professor Dr. Christian Sina, Ernährungsmediziner an der Uniklinik Schleswig-Holstein. Solch ein ungünstiger Lebensstil macht sich auch beim Darm-Mikrobiom der Süßtrinker bemerkbar. Bei ihnen liegt eine signifikant geringere Vielfalt des gesamten Darm-Mikrobioms im Vergleich zu den „Wassertrinkern“ vor. „Das ist auffällig, denn eine hohe Diversität an Mikroorganismen im Darm ist mit einer besseren Gesundheit assoziiert“, kommentiert der Studienleiter Dr. Torsten Schröder vom Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums. Bereits aus anderen Studien ist bekannt, dass ein regelmäßiger Süßgetränkekonsum mit typischen zivilisatorischen Erkrankungen assoziiert ist und damit ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und einige Krebserkrankungen besteht.

Schon kleine Lebensstil-Veränderungen im Alltag sind positiv

Daher der Rat: Wer seinen Durst mit Wasser z. B. aus der Leitung löscht (statt mit Süßgetränken), nimmt weniger an Gewicht zu und hat ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Wer also jetzt im Homeoffice arbeitet oder durch Kurzarbeit mehr Zuhause sein muss, sollte Zeitvalenzen nutzen, um Körper und Geist gesundheitsförderlich Gutes zu tun und sich vier zentrale Fragen beantworten:

  1. Wie kann ich mich ausgewogener ernähren?
  2. Wie kann ich mehr Bewegung in meinen Alltag bringen, trotz eingeschränkter Bewegungs- und Wahlfreiheit?
  3. Wie kann ich Stress aktiv vorbeugen?
  4. Und wie kann ich meine Flüssigkeitszufuhr gesünder gestalten?

„Letztere Frage kann ja sehr schnell und einfach angegangen und so beantwortet werden: Wer einfach mehr Wasser trinkt und dabei auf das gute deutsche Leitungswasser setzt, hilft sich – und der Umwelt übrigens auch“, sagt Dr. Stefan Koch, Vorstand des Forum Trinkwasser. Leitungswasser gehört zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln, ist praktisch überall verfügbar und kostet im Durchschnitt nur 0,2 Cent pro Liter. „Kein Mensch muss fürs Trinken von Wasser aus dem Haus gehen – jeder kann einfach den Wasserhahn aufdrehen und Trinkwasser pur trinken oder nach Bedarf aufpeppen“, so Dr. Koch. „Mehr Wasser zu trinken statt Süßgetränken ist eine vermeintlich kleine Veränderung, die aber schon einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit hat“, betont zudem Ernährungswissenschaftlerin Löhlein.

 

Hintergrund:

Das Institut für Ernährungsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, analysierte im Jahr 2019 die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sowie das Darm-Mikrobiom von über 1.000 gesunden Erwachsenen mit leichtem Übergewicht und Tendenz zur Gewichtszunahme – also typischen Vertretern unseres modernen Lebensstils. Rund 58 Prozent der an der Studie Beteiligten gaben an, keine gesüßten Getränke wie Limonaden und Sodagetränke sowie Fruchtsäfte zu trinken, sondern Wasser – auch aus der Leitung („Wassertrinker“). Rund 21 Prozent trinken regelmäßig mindestens 3-mal pro Woche süß („Süßtrinker“), und alle anderen tun dies nur gelegentlich.

Die Untersuchungsergebnisse werden auf Anfrage gern zur Verfügung gestellt.

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