Der Frühling ist da – der Garten braucht Wasser. Um kostbares Trinkwasser zu sparen, ist eine Zisterne eine nachhaltige und wirtschaftliche Lösung: Sie sammelt Regenwasser, das sonst ungenutzt in die Kanalisation fließen würde. Es kann sogar für die Toilette oder Waschmaschine genutzt werden.
Mit einer Zisterne lässt sich Regenwasser vom Haus- oder Schuppendach auffangen und speichern. Während Regentonnen bei längeren Trockenphasen schnell leer sind, speichern unterirdische Tanks deutlich mehr. Wasser ist kostbar. Deshalb ist es wenig sinnvoll, Blumen mit hochwertig aufbereitetem Trinkwasser zu gießen. Regenwasser ist die bessere Option. Noch dazu mögen Pflanzen das weiche, mineralienarme Regenwasser oft lieber.
Geld und Frischwasser sparen
Außerdem spart eine Zisterne bares Geld, da Regenwasser kostenlos ist. Ein Garten benötigt je nach Größe schnell viele Tausend Liter Wasser im Jahr. Vielerorts spart man nicht nur die reinen Wasserkosten, sondern zusätzlich auch die Niederschlagswasserentgelte. Ein weiterer Vorteil: Zisternenwasser kann nicht nur für den Garten, sondern – bei entsprechender Filtertechnik – auch für die Toilettenspülung oder Waschmaschine genutzt werden.
Passende Zisterne für den eigenen Garten
Zisternen sind heutzutage aus Plastik oder Beton. Die passende Größe hängt vom Platz, der durchschnittlichen Niederschlagsmenge, der Dach- und Grundstücksfläche sowie der Nutzung ab. Die Kosten für eine Zisterne sind größenabhängig. Eine Kunststoffzisterne mit 3.000 Litern gibt es ab etwa 1.000 Euro; eine Betonzisterne mit 10.000 Litern ab circa 3.000 Euro. Dazu kommen gegebenenfalls Handwerkerkosten. Häufig amortisiert sich die Investition aber bereits nach wenigen Jahren. In vielen Bundesländern und Kommunen gibt es außerdem spezielle Förderprogramme für Zisternen. Berechnen kann man die passende Zisternengröße für den eigenen Garten sowie Kosten mit dem Online-Rechner der Regenwasseragentur Berlin. Auch Förderinformationen finden sich dort.
Während Betonzisternen robust und langlebig sind, jedoch nur mit schwerem Gerät einzubauen, lassen sich Kunststoffzisternen leichter einbauen, sollten aber lebensmitteltauglich und hochwertig verarbeitet sein. Soll der Tank unter einer Einfahrt liegen, muss er entsprechend belastbar sein. Die Zisterne sollte unterhalb der Frostgrenze, also etwa 60 bis 100 Zentimeter tief, eingebaut werden. Der Bau ist meist meldepflichtig, aber Bedarf keiner Genehmigung. Vor dem Einbau empfiehlt sich die Rücksprache mit der örtlichen Verwaltung.
Unabhängigkeit durch jahrtausendealte Technik
Und wie funktioniert eine Zisterne? Bei Regen gelangt das Regenwasser über Fall- und Zuleitungsrohre in die Zisterne und wird dort gespeichert. Schwebstoffe im Wasser sinken auf den Boden. Filter reinigen das Wasser weiter bevor es über eine Pumpe genutzt werden kann. Regnet es zu viel, wird das überschüssige Wasser in die Kanalisation oder eine Versickerungsmöglichkeit geleitet.
Um Wasser zu speichern, nutzen Menschen seit Jahrtausenden diese bewährte Technik. Der Begriff Zisterne stammt vom lateinischen „cisterna“ und bedeutet „unterirdischer Wasserbehälter“. In der Antike entstanden beeindruckende Zisternen-Bauwerke mit kunstvollen Säulen und Gewölben. Bis heute lassen sie sich in Städten wie Rom oder Istanbul beeindruckende antike Zisternen bestaunen – die die essenzielle Bedeutung des kühlen Nass verdeutlichen. Aufgrund längerer Trockenperioden und mehr Hitzetage durch den Klimawandel, bekommen Zisternen eine immer höhere Relevanz.
Eine Zisterne im Garten schützt aktiv unsere Trinkwasserressourcen, spart langfristig Geld und macht unabhängiger von Trockenperioden.
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