RKI-Erhebung mit guter Nachricht: Kinder und Jugendliche trinken mehr Wasser

  • Home
  • /
  • Studien
  • /
  • RKI-Erhebung mit guter Nachricht: Kinder und Jugendliche trinken mehr Wasser
RKI-Erhebung mit guter Nachricht: Kinder und Jugendliche trinken mehr Wasser
Ernährung
RKI-Erhebung mit guter Nachricht: Kinder und Jugendliche trinken mehr Wasser

Frankfurt am Main, 16. November 2020 — Kinder und Jugendliche trinken mehr Wasser und weniger süße Getränke. Und: „Trinkwasser ist die wichtigste Wasserquelle für alle Altersgruppen und Geschlechter.“ Zu diesem Ergebnis kommt das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) in seiner aktuellen EsKiMo Ernährungsstudie als KiGGS-Modell, EsKiMo II. „Das ist eine gute Nachricht“, sagt Iris Löhlein, Ernährungswissenschaftlerin beim Frankfurter Verein Forum Trinkwasser. „Wasser ist aus gesundheitlicher Sicht das Getränk der Wahl, gerade für Kinder. Denn es ist frei von Kalorien.“ Das RKI stellt darüber hinaus fest: „Die Wasserzufuhr über die Ernährung ist sehr relevant, da sie die Flüssigkeitsbilanz im Organismus regelt und zum Beispiel für den Blut-, Harn- und Schweißtransport und die Regelung der Körpertemperatur bedeutend ist.“

EsKiMo II ist ein Modul der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS Welle 2) und wurde zum zweiten Mal durchgeführt. Die Ernährungserhebung erfolgte bei 2.644 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren im Zeitraum 2015 bis 2017. Der vollständige Forschungsbericht wurde nun veröffentlicht. Die in EsKiMo II gewonnenen Daten liefern einen Überblick über das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen und können mit den Ergebnissen von EsKiMo I aus dem Jahr 2006 mit damals 2.506 Teilnehmern verglichen werden.

Optimierte Mischkost als Grundlage für Getränkeempfehlungen

Als Orientierung für eine ausgewogene Ernährung dienen für EsKiMo die Empfehlungen für eine Optimierte Mischkost (OMK) des Forschungsinstituts für Kinderernährung FKE. Für Getränke lautet deren Empfehlung für 6-jährige Mädchen und Jungen 750 ml pro Tag. Die erwünschte Trinkmenge steigt sodann mit dem Alter an und erreicht schließlich 1.100 ml am Tag für 17-jährige Mädchen und 1.400 ml am Tag für 17-jährige Jungen.

Ein großer Teil der Kinder trinkt nicht ausreichend viel

Erfreulicherweise erreicht die Mehrheit der betrachteten Altersgruppen die Getränkeempfehlungen oder überschreitet sie sogar. Bei differenzierter Betrachtung fällt allerdings auf, dass fast die Hälfte (49 Prozent) der 6- bis 11-jährigen Mädchen die empfohlene Trinkmenge nicht erreicht. Bei den Jungen ist es immerhin ein Drittel (33 Prozent). Das Trinkverhalten ändert sich jedoch zum Positiven mit zunehmendem Alter. Bei den 12- bis 17-jährigen unterschreiten nur noch ein Fünftel (20 Prozent) der Mädchen und 17 Prozent der Jungen die Getränkeempfehlung nach Optimierter Mischkost.

Positiv: Der Wasserkonsum bei Mädchen und Jungen stieg laut RKI um etwa ein Glas täglich.

Positiv: Der Wasserkonsum stieg um etwa ein Glas täglich

Das am meisten verzehrte Getränk ist Wasser. Je nach Altersgruppe und Geschlecht liegt der Anteil zwischen 56 und 62 Prozent der gesamten Trinkmenge, heißt es im Forschungsbericht. Im Vergleich zur ersten Erhebungswelle im Jahr 2006 haben Mädchen und Jungen in allen Altersklassen die Menge an Wasser pro Tag gesteigert: im Mittel zwischen etwa 150 und 250 ml. Bei allen sind zudem die konsumierten Mengen an süßen Säften und Limonaden zurückgegangen. Die Autoren des Forschungsberichtes stellen jedoch fest: Der Konsum an süßen Getränken ist immer noch als zu hoch zu bewerten.

Trinkwasserspender für Schulen sinnvoll

Iris Löhlein vom Forum Trinkwasser empfiehlt: „Gerade in Schulen bietet es sich an, kostenfrei Trinkwasserspender aufzustellen. Sie erhöhen nachweislich den Wasserkonsum, insbesondere wenn sie Funktionen wie Aufsprudeln und Kühlen des Leitungswassers bieten.“ So könnten Fehlmengen beim Trinken ausgeglichen und die Präferenz von Wasser gegenüber gesüßten Getränken gesteigert werden. Zwar kooperieren immer mehr Wasserversorger und private Anbieter bereits mit Schulträgern und kommen dem Wunsch nach. Dennoch ist eine Vielzahl an Schulen immer noch nur mit klassischen Getränkeautomaten ausgestattet. „Das sollte sich ändern durch eine flächendeckende Ausstattung mit Trinkwasserspendern. Schließlich wird auch im Entwurf für die neue europäische Trinkwasser-Richtlinie gefordert, dass die Bereitstellung von Trinkwasser in öffentlichen Verwaltungen und öffentlichen Gebäuden unterstützt werden soll“, so Löhlein

Quelle: Robert-Koch-Institut (RKI), Berlin, FORSCHUNGSBERICHT EsKiMo II – Die Ernährungsstudie als KiGGS-Modul, 2020.

 

ST_IL

prev