Wasser begleitet uns jeden Tag, wir trinken es, bereiten Essen damit zu, nutzen es für Landwirtschaft und Hygiene. Gleichzeitig ist Wasser eine begrenzte Ressource. Im September 2015 haben die Vereinten Nationen die Agenda 2030 mit 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Auch Wasser spielt dabei eine zentrale Rolle. Was steckt dahinter?
Die Weltgemeinschaft hat sich vor ziemlich genau elf Jahren mit den 17 sogenannten Sustainable Development Goals (kurz SDGs) auf einen gemeinsamen Plan für eine nachhaltige Entwicklung bis 2030 verständigt. Lebensstile sollen weltweit in Richtung Nachhaltigkeit transformiert und menschenwürdige Lebensstandards für alle umgesetzt werden, ohne die Ressourcen unseres Planeten zu übernutzen. Dabei werden ökologische, ökonomische und soziale Dimensionen nachhaltiger Entwicklung zusammengedacht. Zum Beispiel soll eine nachhaltige Landwirtschaft nicht nur helfen, den Hunger zu beenden, sondern auch für existenzsichernde Einkommen der Landwirte sorgen, biologische Vielfalt und gesunde Böden erhalten und Klimaveränderungen gewachsen sein.
Eines der 17 Ziele widmet sich ausdrücklich dem Wasser: SDG 6. Denn Wasser ist Grundlage für Gesundheit, Ernährung, Energie, Wirtschaft und Ökosysteme. Ohne Wasser gibt es keine nachhaltige Entwicklung.
Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen für alle
SDG 6 besagt, dass eine „nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle“ gewährleistet werden soll.
Dahinter stehen mehrere konkrete Zielsetzungen: Bis 2030 soll unter anderem der Zugang zu sicherem und bezahlbarem Trinkwasser für alle erreicht, die Sanitärversorgung verbessert und die Wasserqualität weltweit erhöht werden. Außerdem soll Wasser effizienter genutzt und wasserbezogene Ökosysteme geschützt werden. Bei SDG 6 geht es dementsprechend um deutlich mehr als den Zugang zum Wasserhahn, es geht um die gesamte Ressource Wasser, von der Gewinnung und Aufbereitung über die Nutzung bis hin zur Behandlung von Abwasser.
Und die Bedeutung von SDG 6 reicht weit darüber hinaus: Wasser verbindet Fragen der Gesundheit, Ernährung, Umwelt, Wirtschaft und sozialen Gerechtigkeit. Viele Nachhaltigkeitsziele können besser erreicht werden, wenn Wasserressourcen berücksichtigt werden. Sauberes Trinkwasser und gute Sanitärversorgung sind zum Beispiel grundlegende Voraussetzung für Gesundheit (SDG 3). Oder Landwirtschaft ist beispielsweise auf Wasser angewiesen und gehört gleichzeitig zu den Bereichen mit einem hohen Wasserbedarf (SDG 2).
Was bedeuten die globalen Ziele für Deutschland?
Deutschland verfügt über eine gut ausgebaute Trinkwasserversorgung, trotzdem ist der Schutz von Wasserressourcen eine dauerhafte Aufgabe. Längere Trockenperioden, Hitze, Starkregen oder sinkende Grundwasserstände stellen die Wasserwirtschaft vor neue Herausforderungen. Nachhaltigkeit bedeutet deshalb nicht nur, Wasser zu sparen, sondern auch, Wasserressourcen zu schützen und langfristig zu planen, wie wir sie am besten nutzen können. Auch in Deutschland stellen sich Fragen wie: Wie verändert der Klimawandel den Wasserhaushalt? Wie können Grundwasserressourcen geschützt werden? Wie gehen wir mit häufiger auftretenden Starkregenereignissen und gleichzeitig immer längeren Trockenperioden um?
Wo stehen wir mit SDG 6 weltweit?
Der Anteil der Bevölkerung mit einer sicher verwalteten Trinkwasser- und Sanitärversorgung ist in den vergangenen Jahren gestiegen, aber es geht noch nicht schnell genug. Setzt sich das Tempo so fort, werden 2030 immer noch zwei Milliarden Menschen keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und 1,4 Milliarden Menschen nicht die Möglichkeit haben, sich die Hände mit Seife zu waschen. Um SDG 6 bis 2030 zu erreichen, müsste die Weltgemeinschaft das Tempo bei der Trinkwasserversorgung versechsfachen, bei der Hygieneversorgung verdreifachen und bei der Sanitärversorgung verfünffachen. Hier ein paar Zahlen zum aktuellen Stand:
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