Hartes Wasser – weiches Wasser

Die Wasserhärte beeinflusst Geschmack und Beschaffenheit unseres Wassers und wirkt sich auf Haushaltsgeräte und Armaturen aus. Für den Grad der Härte sind die sogenannten Härtebildner, die Mineralien Calcium und Magnesium, verantwortlich: Je mehr davon im Trinkwasser gelöst sind, desto „härter“ ist das Wasser. Hartes Wasser hat Vor- und Nachteile: Es enthält mehr Mineralstoffe als weiches Wasser, erfordert aber zum Beispiel eine höhere Dosierung von Waschmitteln und führt längerfristig zur Ablagerung von Kalk in Haushaltsgeräten.

Die Wasserhärte ist bei Trinkwasser, das aus Grund- bzw. Quellwasser gewonnen wird, stark von der Zusammensetzung des jeweiligen Bodens abhängig. In Gebieten, in denen das Grundwasser mit Kalkstein (zum Beispiel Kreide, Marmor, Dolomit) in Kontakt tritt, ist die Wasserhärte hoch, Oberflächenwasser hingegen ist eher weich. Welchen Härtegrad das eigene Trinkwasser hat, kann beim örtlichen Wasserversorger erfragt werden.


Einteilung in drei Härtebereiche

Die Gesamtwasserhärte wird als Summe der im Wasser gelösten Erdalkalien Calcium und Magnesium in Millimol je Liter angegeben. Seit dem 1. Februar 2007 sind drei Härtebereiche für Leitungswasser festgelegt: von weich (weniger als 1,5 Millimol Erdalkalien je Liter) über mittel (1,5 bis 2,5 Millimol je Liter) bis hart (mehr als 2,5 Millimol je Liter).

Alte Angaben zum HärtebereichAlte Angaben zum Härtegrad (°dH)Neue Angaben Summe 
Erdalkalien
 (mmol / l)Neue 
Bezeichnung 
des Härtegrads
1-20-8bis 1,5weich
2-38-14ab 1,5 bis <2,5mittel
ab 3ab 14ab 2,5hart
Härtebereiche des Trinkwassers

Wirkung im Körper

Calcium und Magnesium sind für den Menschen lebenswichtig. Calcium ist beispielsweise Bausubstanz in Knochen und Zähnen oder wird für die Reizübertragung im Nervensystem gebraucht. Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelanspannung. Im Trinkwasser liegen Calcium und Magnesium in gelöster Form vor. Sie können daraus gut aufgenommen werden. Moderne Untersuchungsmethoden zeigen, dass der Körper Calcium aus Wasser ebenso gut nutzen kann wie aus Milch. Allerdings enthalten Wässer sehr viel weniger Calcium als Milch und Milchprodukte und weniger Magnesium als zum Beispiel in Vollkornprodukten, Milch und Milchprodukten und vielen Gemüsesorten enthalten ist.


Einfluss auf den Geschmack

Wird das Wasser kalt getrunken, so schneiden bei professionellen Verkostungen in Blindtests härtere Wässer oft besser ab als weiche. Bei heißen Getränken ist es umgekehrt: Heißer Kaffee und Tee entfalten ihr volles Aroma besser, wenn sie mit weichem Wasser zubereitet werden. Wer sehr hartes Wasser hat, kann einen Wasserfilter nutzen, um das Wasser hierfür weicher zu machen.


Dosierung von Waschmitteln

Hartes Wasser nimmt Waschpulver und Seife die Waschkraft. Daher ist die Bestimmung des Härtegrads vor allem für die Dosierung von Waschmitteln wichtig: Je weicher das Wasser, desto weniger ist nötig. Wer beim Waschen nicht nur den Verschmutzungsgrad der Wäsche, sondern auch den Härtegrad des Wassers berücksichtigt, schont Umwelt und Geldbeutel.

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