So viel Wasser brauchen Hunde, Katzen & Co.

Ausreichend Wasser zu trinken ist nicht nur für uns Menschen lebensnotwendig, sondern auch für unsere vierbeinigen Freunde. Doch wie viel Wasser sollen Hunde, Katzen, Meerschweinchen & Co. täglich trinken? Welche Menge ist zu wenig, welche zu viel und damit möglicherweise ein Anzeichen für Erkrankungen? Dazu haben wir Dr. Regina Seemüller, Tierärztin für Schulmedizin, Akupunktur und alternative Heilmethoden in Schliersee, befragt.

Hunde und Katzen können im Gegensatz zu uns nicht schwitzen, daher regulieren sie ihre Körpertemperatur mit Wasser. Umso empfindlicher reagieren sie entsprechend auf ein Flüssigkeitsdefizit. Schon der Verlust von  zehn bis 15 Prozent Wasser – zum Beispiel durch natürliche Ausscheidungen und Hecheln – kann für sie tödlich sein. Deshalb gibt es auch für unsere Haustiere Trinkempfehlungen.

Für den täglichen Wasserbedarf gelten folgende durchschnittliche Richtwerte:

Hund: 60 ml pro Kilo Körpergewicht
Katze: 60 ml pro Kilo Körpergewicht
Zwergkaninchen: 50 bis 100 ml pro Kilo Körpergewicht
Meerschweinchen: 10 ml pro Kilo Körpergewicht
Zwerghamster: 2-10 ml pro Tag
Ziervögel: 4-5 ml pro Tag

Darüber hinaus spielen vor allem individuelle Faktoren wie die Zusammensetzung des Futters, die Umgebungstemperatur (z.B. stark beheizte Räume) bzw. das Klima, die Aktivität des Tieres wie Laufen und Herumtollen sowie das Alter eine wichtige Rolle für die notwendige Flüssigkeitsmenge. Wenn das Haustier trächtig ist oder Welpen säugt, ist der Wasserbedarf erhöht. Auch Welpen und jüngere Tiere müssen mehr trinken als ältere.

Bekommt das Haustier auch oder sogar ausschließlich Trockenfutter zu fressen, hat es mehr Durst als bei der Gabe von Dosenfutter. „Wenn zum Beispiel Ihr Hund nur Dosenfutter oder Fleisch frisst, nimmt er 80 Prozent seiner benötigten Flüssigkeit daraus. Er muss also fast gar nichts mehr zusätzlich trinken“, sagt Tierärztin Dr. Regina Seemüller. 

 „Wir sollten also immer im Hinterkopf behalten, was unser Haustier frisst.“ Je mehr wasserhaltiges Frischfutter die Tiere bekommen, wie zum Beispiel Salat, Gurke, Paprika und Löwenzahn für Kaninchen und Meerschweinchen, desto weniger müssen sie trinken. Trotzdem sollte man immer genug frisches Wasser in einem leicht zugänglichen Napf oder Wasserspender bereitstellen.

Trinkverhalten beobachten und wenn nötig eingreifen

„Wenn es im Sommer heiß ist oder Ihr Tier älter ist, sollten Sie es zum Wassertrinken animieren. Dazu können Sie etwas ins Wasser hinzugeben, was Ihr Tier gerne mag – zum Beispiel einen Spritzer Milch“, so Dr. Regina Seemüller. Auch unterwegs möchten Hunde trinken. In Restaurants oder Cafés werden oft Hunde-Trinknäpfe angeboten. Wer im Auto oder Zug mit seinem Vierbeiner unterwegs ist, sollte stets ausreichend Wasser dabei haben. Allein Katzenliebhaber sollten sich nicht wundern, wenn ihr Tier recht wenig trinkt. Als ursprüngliche Wüstentiere decken Katzen den wesentlichen Teil ihres Wasserbedarfs über die aufgenommene Nahrung

Trinkt ein Tier dagegen plötzlich viel mehr als sonst, kann das auf Krankheiten hindeuten. „Zum Beispiel bei Diabetes, Blasenentzündung, Morbus Cushing, Nieren- oder Leberproblemen trinken Haustiere oft mehr“, bestätigt Dr. Regina Seemüller. „Oft sogar die zwei- bis dreifache Menge – und entsprechend müssen sie auch häufiger urinieren.“ Bei derartigen Anzeichen sollte man auf jeden Fall zum Tierarzt gehen. Trinkt das Tier weniger als gewöhnlich, sollte man das ebenfalls beobachten und auf Zeichen von Dehydration achten: Das sind zum Beispiel Kurzatmigkeit, trockenes Zahnfleisch und Antriebslosigkeit.

Durstlöscher Leitungswasser

Und was sollen unsere Haustiere bevorzugt trinken? „Leitungswasser ist für alle Tiere bestens geeignet“, sagt Dr. Regina Seemüller. „Mit einer einzigen Ausnahme: Für Vögel ist der Mineraliengehalt in unserem Trinkwasser in der Regel nicht ideal. Sie brauchen Wasser mit weniger Mineralien.“

Tipps
  • Stellen Sie Ihrem Tier immer frisches Trinkwasser zur Verfügung. Am besten in einem pflegeleichten Napf aus Edelstahl oder Keramik.
  • Verwenden Sie ruhigen Gewissens Leitungswasser. Besondere Produkte wie Hundewasser oder Katzenmilch sind nicht notwendig.
  • Wechseln Sie das Wasser im Napf täglich. Füllen Sie — sofern nötig — im Laufe des Tages nach.

olezzo – stock.adobe.com

Mehr Wissenswertes zum Thema Trinkwasser
Wasser ist die Grundlage allen Lebens. In Deutschland fließt es wie selbstverständlich sauber und kontrolliert aus dem Hahn. Doch Wasser wird weltweit knapper und damit zum begehrten Gut, auch an der Börse. Was bedeutet es, wenn Wasser zur Ware wird? Und ist es sinnvoll, in Wasseraktien zu investieren?
Eine duftende Tasse Kaffee am Morgen möchten viele Menschen nicht missen. Was unsichtbar bleibt: In 125 Milliliter Kaffee steckt bereits fast eine ganze Badewanne Wasser – etwa 132 Liter sogenanntes virtuelles Wasser. Was hat es damit auf sich, wann wird das zum Problem für Trinkwasserressourcen und wie kann der Wasserfußabdruck verkleinert werden?
Zur Advents- und Weihnachtszeit gehört ein echter Weihnachtsbaum für viele Menschen einfach dazu. Angepflanzt werden sie massenweise – das belastet das Klima und die Umwelt und ist auch für unser Trinkwasser problematisch. Aber es gibt ökologisch nachhaltigere Alternativen.