Wasser ist nicht gleich Wasser

Überall in Deutschland können wir Trinkwasser aus der Leitung genussvoll und bedenkenlos trinken. Aber je nachdem, ob wir in den Alpen oder an der Nordsee leben, in Köln oder in Dresden, schmeckt das Wasser anders. Woran das liegt? Vor allem an der jeweiligen Bodenart, aus der die Wasserwerke das Trinkwasser gewinnen, und damit an dem unterschiedlichen Gehalt an gelösten Mineralien.

Wasser ist nicht gleich Wasser. Es sieht zwar überall gleich aus, weist aber je nach Region geschmackliche Unterschiede auf. Wer seine Geschmacksknospen ein bisschen fordert, kann vier Geschmacksrichtungen in feinen Nuancen wahrnehmen – süß, sauer, bitter und salzig. Um die Ursache dafür zu finden, muss man allerdings buchstäblich etwas tiefer graben – im Boden.

Unser Leitungswasser wird zu rund zwei Dritteln aus Grundwasser gewonnen. Das Grundwasser entsteht, wenn Regenwasser im Boden versickert. Dort rinnt es durch verschiedene Erd- und Gesteinsschichten, abhängig von den lokalen geologischen Gegebenheiten, und löst dabei unterschiedliche Spuren- und Mineralstoffe. Diese Mineralien, allen voran Calcium und Magnesium, sind es letztendlich, die den Geschmack des Wassers bestimmen.

Dabei beeinflusst nicht nur die Menge an Mineralien, sondern auch ihr Verhältnis zueinander den Geschmack. Enthält das Wasser beispielsweise viel Calcium, schmeckt es etwas bitter. Ein süßlicher Geschmack im Wasser kommt von Magnesium, und bei einem hohen Anteil von Natrium entsteht ein eher salziger Geschmack.

Menge an Mineralien entscheidend

Im Grundwasser sind von Natur aus häufig mehr Calcium- und Magnesiumionen gelöst als in Oberflächenwasser aus Seen oder Talsperren. Die Menge an gelösten Mineralien bestimmt gleichzeitig auch die Trinkwässerhärte. Geschmack und Härte gehen somit Hand in Hand. Ein hartes und damit mineralienreiches Trinkwasser wird von vielen als schmackhafter empfunden als ein weiches Trinkwasser. Doch was des einen Freud ist des anderen Leid. Denn hartes Wasser bedeutet nicht nur guten Geschmack und eine extra Portion Mineralien für den Körper, sondern auch Rückstände auf Geschirr, Haushaltsgeräten und Armaturen.

Weiches Wasser hingegen schont Geschirr und Geräte und wird auch als Gießwasser von vielen Pflanzen besser vertragen. Durch seinen neutralen Geschmack kann sich zudem das Aroma von Heißgetränken wie Tee und Kaffee besser entfalten. Waschmittel schäumen in weichem Wasser mehr und können daher geringer dosiert werden. Und das schont auf lange Sicht Umwelt und Geldbeutel.

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Immer ein Genuss

Doch unabhängig, wie das Leitungswasser schmeckt, wie hart oder wie weich es ist: „Trinken kann man das Wasser aus der Leitung überall bedenkenlos. Es entspricht immer den strengen Vorschriften der deutschen Trinkwasserverordnung und wird regelmäßig untersucht“, sagt Dr. Stefan Koch vom Forum Trinkwasser e.V..

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